Nuklearmedizinische Therapie

XOFIGO®-THERAPIE MIT RADIUM-223-DICHLORID

Seit diesem Jahr besteht für Männer mit Prostata-Karzinom und schmerzhaften Skelettmetastasen bei uns die Möglichkeit, mit der neu zugelassenen Radionuklidtherapie Ra-223 (Xofigo®) behandelt zu werden.
Voraussetzung ist der Nachweis einer symptomatischen Knochenmetastasierung mittels einer Skelettszintigraphie ohne bekannte Organ- oder Lymphknotenmetastasen.
Das Behandlungsschema umfasst 6 ambulante Injektionen der Therapie in 4-wöchigen Abständen.

Im Allgemeinen wird die Therapie relativ gut vertragen; einige Patienten leiden unter Übelkeit und kurzzeitiger Schmerzzunahme, ggf. auch unter Blutbildveränderungen, die zwischenzeitig regelmäßig kontrolliert werden sollten.

Für weitere Fragen oder zur Terminvereinbarung steht Ihnen das Team der Nuklearmedizin gerne zur Verfügung.
 

RADIOSYNOVIORTHESE

Die Radiosynoviorthese (RSO) ist eine Therapie, die gezielt bei einer chronischen, nicht bakteriellen Gelenkentzündung eingesetzt wird, meist unabhängig von der Grunderkrankung.

Hierbei wird eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz in das betroffene Gelenk unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle injiziert. Diese Substanz lagert sich in die entzündlich veränderte Gelenkschleimhaut ein und führt so durch die energiereicheStrahlung mit einer Reichweite von wenigen Millimetern zu einer gezielten lokalen Bestrahlung. Die Gelenkinnenhaut vernarbt, so dass die Ergussbildung und die Schmerzen im behandelten Gelenk abnehmen. 

Nach der Therapie wird das Gelenk mit einem straffen Verband und gegebenenfalls mit einer Schiene ruhig gestellt. Wichtig ist die Ruhigstellung des Gelenkes für mindestens 48 Stunden. In der folgenden Woche sollte eine starke Belastung des therapierten Gelenkes noch vermieden werden.

Die verwendete Substanz wird sehr gut vertragen, allergische Reaktionen sind nicht bekannt.

Diese Behandlung wird unter anderem bei chronischen Entzündungen der Gelenkinnenhaut (der sogenannten Synovitis) mit wiederkehrenden Gelenkergüssen und Schmerzen zum Beispiel bei chronischer Polyarthritis, rheumatoider Arthritis („Gelenkrheuma“), reaktiver Arthritis, Gelenkentzündung bei Schuppenflechte und einigen weiteren Erkrankungen eingesetzt.

Die Indikation zur RSO wird durch den behandelnden Arzt gemeinsam mit dem Nuklearmediziner gestellt.
Voraussetzung für die Durchführung der RSO ist der Nachweis einer Entzündung der Gelenkschleimhaut durch eine aktuelle Skelettszintigraphie oder in Einzelfällen durch eine Kernspintomographie mit Kontrastmittel.