Strahlentherapie - Radioonkologie

In unserer Abteilung für Strahlentherapie - Radioonkologie werden sowohl bösartige Tumore (Krebs) als auch gutartige Erkrankungen mit einem modernen Linearbeschleuniger behandelt. Zusätzlich bieten wir mit der Hyperthermie eine besondere Ergänzung zu den klassischen Tumor- behandlungsverfahren.  

 

Tumor-Therapie

Die Strahlentherapie ist neben Operation und Chemotherapie eine der drei Standardtherapien in der Behandlung von Krebserkrankungen. Durch die Kombination dieser drei Behandlungsverfahren lässt sich heutzutage etwa die Hälfte aller Krebserkrankungen heilen.

Neben zahlreichen anderen Krebserkrankungen wie zum Beispiel denen der Lunge, des Enddarms, der Prostata oder des weiblichen Unterleibs ist in unserer Praxis der Brustkrebs (Mamma-Ca) nach brusterhaltender Operation die häufigste behandelte Erkrankung.

Aber auch bei unheilbaren Krankheitsverläufen stellt die Strahlentherapie einen wertvollen Beitrag in Bezug auf die Verbesserung der Lebensqualität dar, zum Beispiel durch die Bestrahlung von Knochen- oder Hirnmetastasen.

Das MVZ Prüner Gang arbeitet dabei eng mit niedergelassenen Fach- und Hausärzten sowie Kliniken in Kiel wie auch im Umland zusammen. So ist die Abteilung für Strahlentherapie beispielsweise Kooperationspartner an drei zertifizierten Brustzentren (dem Brustzentrum Kiel-Mitte (Parkklinik), dem Brustzentrum der Universitätsfrauenklinik in Kiel sowie dem ostholsteinischen Brustzentrum (Eutin/Oldenburg/Neustadt)) sowie einem Darmzentrum (städtisches Krankenhaus Kiel) und bietet durch den engen Austausch mit diesen Zentren eine zeitnahe wie auch wohnortnahe Versorgung der Krebspatienten. Hierzu gehört auch die persönliche Teilnahme an regelmäßigen Fallkonferenzen.

Durch regelmäßige Fortbildungen der Mitarbeiter sowie Mitgliedschaften im Verein Strahlentherapie Schleswig-Holstein e.V. (VSSH) und der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) wird zusätzlich eine umfassende, qualitätsgesicherte und an den Patientenbedürfnissen orientierte Behandlung gewährleistet.

Die Qualität der medizinischen Versorgung und des Strahlenschutzes in der Abteilung werden darüber hinaus durch turnusmäßige Prüfungen des TÜV und der Ärztlichen Stelle zur Qualitätssicherung im Strahlenschutz bei der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein sichergestellt.

 

Gutartige Erkrankungen 

Neben den Krebserkrankungen gibt es eine Vielzahl von gutartigen Erkrankungen, die strahlentherapeutisch günstig beeinflusst werden bzw. in ihrem Beschwerdeausmaß reduziert werden können. Hierzu zählen u.a.:

  1. Gelenk-Arthrosen (Finger, Daumensattel, Ellenbogen, Schulter, Hüfte, Knie)
  2. Fersensporn/Achillessehnen-Reizung (Achillodynie)
  3. Morbus Dupuytren/Morbus Ledderhose
  4. Endokrine Orbitopathie
  5. Prä- oder postoperative Ossifikationspropyhlaxe

 

Hyperthermie 

Die Hyperthermie (Überwärmungs- oder Fiebertherapie) ist eine Zusatztherapie für Krebspatienten, die derzeit noch keine allgemein anerkannte Standardtherapie darstellt, von der Deutschen Krebsgesellschaft aber bereits als vierte Säule der Krebstherapie angesehen wird.

Man unterscheidet Ganzkörper- und lokoregionäre sowie Oberflächen-Hyperthermie. In unserer Praxis kommt allein die lokoregionäre Hyperthermie zur Anwendung.

Bei der Hyperthermie wird Tumorgewebe mit Hilfe elektromagnetischer Wellen auf 40 bis 44 Grad Celsius erwärmt. Die erhöhte Temperatur kann die Krebszellen direkt zerstören und macht das Tumorgewebe aufnahmefähiger (sensibler) für die Chemo- und Strahlentherapie, die sowohl vor als auch nach der Hyperthermie durchgeführt werden können. Die Hyperthermiebehandlung dauert normalerweise jeweils eine Stunde und wird in den meisten Fällen sehr gut vertragen.

Hyperthermie im onkologischen Sinne (Oncothermie) wird grundsätzlich nie allein angewandt, sondern immer nur in Kombination mit einer Chemo- und/oder Strahlentherapie.

Die Hyperthermie wirkt auf drei Arten: Krebszellen sind hitzeempfindlicher als gesunde Körperzellen, viele sterben deshalb allein durch die Wärme ab. Zudem entstehen im Tumorgewebe sogenannte Hitzeschockproteine. Diese aktivieren das Immunsystem, das körpereigene Abwehrzellen aussendet, die gegen die Krebszellen kämpfen. Die Überwärmung führt außerdem zu einer besseren Durchblutung des Tumors und erhöht die Sauerstoffzufuhr. So gelangen Chemotherapeutika leichter ins Gewebe, der Tumor wird empfindlicher für Strahlen.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die Hyperthermie die Wirkung der konventionellen Krebstherapie (Chemo- und Strahlentherapie) verstärken kann. Sie kann somit die Heilungschancen bei kurativen Therapien verbessern und die Lebensqualität eines Patienten während einer langjährigen Tumorbehandlung erheblich steigern (Palliation).

In der Regel wird die Hyperthermie ein- bis dreimal wöchentlich über 60 Minuten Dauer und über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten verabreicht. Danach erfolgt gegebenenfalls eine Verlaufskontrolle.

Derzeit besteht keine Anerkennung der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen (GKV), wohingegen die Hyperthermie in der bei uns seit 2006 durchgeführten Form eine GOÄ-Leistung darstellt und von den privaten Versicheren (PKV) wie auch der Beihilfe getragen werden sollte. Bei GKV-Patienten kann aber gegebenenfalls eine Kostenübernahme beantragt werden.